Stasibook: We’re Hiring!

Stasibook

Inoffizielle Mitarbeiter gesucht

„2010 errechnete eine Studie von Helmut Müller-Enbergs für das Jahr 1989 die Zahl von 189.000 inoffiziellen Mitarbeitern. Somit kam auf 89 DDR-Bürger ein IM.“

Das muß im Zeitalter sozialer Netzwerke doch zu toppen sein.

Wie Heise berichtet:

Einige Facebook-Nutzer wurden heute beim Einloggen in das soziale Netzwerk mit einer Popup-Meldung empfangen, die sie bat zu helfen, „Facebook zu verbessern“.

Ein Profilbild und ein Name wurde ihnen präsentiert, sowie die Bitte: „Bitte hilf uns dabei zu verstehen, wie Nutzer Facebook verwenden. Deine Antwort bleibt anonym und hat keinen Einfluss auf das Konto deines Freundes. Ist dies der echte Name deines Freundes?“ Als Antwortmöglichkeiten sind „Ja“, „Nein“, „Ich kenne diese Person nicht.“ und „Ich möchte nicht antworten.“ vorgegeben.

Diese Umfrage wurde liebevoll entworfen von Facebooks Ministerium für Soziale Kommunikation (Minisoz), die sich unentwegt um das Gemeinwohl aller müht.

Aufsetzen wiederum tut diese Dienstleistung auf der Klarnamenpflicht als solcher. Ein Thema, das anfangs immer kompliziert klingt, im Grunde aber wirklich einfach ist. Klarnamenpflicht ist etwas Gutes und sehr Wichtiges in einer freien Gesellschaft im Kampf gegen röchtsfröie Röime Netzkriminalität, während in unfreien Gesellschaften ein Klarnamenzwang immer etwas Böses ist, denn wenn die Gesellschaft frei wäre, wäre Klarnamenzwang ja etwas Gutes und hieße außerdem Klarnamenpflicht. So einfach läßt sich unterscheiden, ob wir in einer freien oder eine unfreien Gesellschaft leben!

Ganz ähnlich verhält es sich mit Netzsperren und Netzneutralität. Letztere zeichnet sich in freien Gesellschaften dadurch aus, daß sie den Netzbetreibern ihr Recht auf freie Rede und freie Entfaltung ihres Hausrechts nimmt, während sie in unfreien Gesellschaften den Menschen freie Rede und freie Entfaltung ihrer Persönlichkeiten garantiert. Eigentlich auch ganz einfach, wenn es nur einmal richtig erklärt wird.

Facebook und Netzbetreiber, Netzbetreiber und Facebook: Die neuen Intermediaries.

Dazu Eben Moglen in seinem Vortrag “Innovation Under Austerity“:

The browser made the Web very easy to read. We did not make the Web easy to write. So a little thug in a hooded sweatshirt made the Web easy to write, and created a man-in-the-middle attack on human civilization. That’s the intermediary innovation that we should be concerned about. We made everything possible… and then intermediaries to innovation turned it into the horror that is Facebook. It’s intermediated innovation serving the needs of financiers, not the needs of people.

Amen to that. Und, wie Siggi Becker sagt: „Blogputzen wird immer wichtiger.“

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Filed under: social media, text & netz

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